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Anbinden statt abwarten: Teleradiologie unabhängig vom Digitalisierungsgrad – Dr. Möller in der eHealthCom

In der aktuellen Ausgabe der eHealthCom (2–3/2026) ist ein Gastbeitrag von Dr. Torsten Möller erschienen – Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Teleradiologie (DGfT) und Vorstand von reif & möller – diagnostic-network.
Der Beitrag greift eine Frage auf, die viele Krankenhäuser in der Praxis beschäftigt: Wie gelingt teleradiologische Versorgung, wenn die digitale Infrastruktur im Haus noch nicht vollständig ausgebaut ist?

Dr. Torsten Möller

Warum Teleradiologie jeden mitnehmen muss

Radiologische Befundung rund um die Uhr – das ist für viele Krankenhäuser längst keine Option mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für die Patientenversorgung. Gerade in der Notfallversorgung und an Wochenenden oder Feiertagen entscheidet schnelle, qualitativ hochwertige Diagnostik über Behandlungsverläufe. Teleradiologie schließt diese Lücke: Sie entlastet Teams, sichert die Versorgung bei Personalengpässen und ermöglicht fachärztliche Befundung unabhängig von Zeit und Ort.
Damit Teleradiologie ihr volles Potenzial entfalten kann, muss sie jedoch für alle Häuser zugänglich sein – nicht nur für jene mit moderner IT-Infrastruktur. Denn die Versorgungslücken bestehen gerade dort, wo die digitale Reife noch nicht weit fortgeschritten ist.

Wie groß ist die Spannweite in der digitalen Reife deutscher Krankenhäuser wirklich?

Dr. Möller beschreibt, dass die Realität in deutschen Krankenhäusern sehr unterschiedlich ist: Während einige Häuser über vollständig integrierte RIS-, KIS- und PACS-Strukturen verfügen, arbeiten andere mit Insellösungen, papiergestützten Prozessen oder nur teilintegrierten Systemen. Diese Spannweite darf aus seiner Sicht kein Hindernis sein – im Gegenteil: Teleradiologie-Anbieter sind gefordert, Lösungen bereitzustellen, die sich an die Realität der Einrichtungen anpassen, nicht umgekehrt.

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Was braucht es, damit Teleradiologie flächendeckend funktioniert?

Der Artikel plädiert für modulare, interoperable Konzepte – von der einfachen Fax-Integration bis zur vollständigen HL7-Anbindung – die Häusern einen niederschwelligen Einstieg ermöglichen und gleichzeitig eine klare Entwicklungsperspektive bieten. Besonders in strukturschwachen Regionen oder bei kleineren Trägern entscheidet die pragmatische Umsetzbarkeit darüber, ob Teleradiologie tatsächlich genutzt werden kann.

Die zentralen Thesen des Beitrags:

  • Teleradiologie muss unabhängig vom Digitalisierungsgrad funktionieren
  • Modulare, skalierbare Lösungen sind Voraussetzung für flächendeckende Versorgung
  • Strukturschwache Regionen brauchen niederschwellige Einstiegsoptionen
  • Kein Investitionsdruck – schrittweise Weiterentwicklung muss möglich sein

Dr. Möller fasst zusammen: Teleradiologie darf kein Luxus für digital führende Zentren sein – sie muss ein Versorgungsinstrument für alle sein.

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