Die meisten Schlaganfälle entstehen durch den Verschluss eines Hirngefäßes, ein kleinerer Teil durch eine Blutung. Von außen lassen sich beide Formen nicht sicher unterscheiden. Die Behandlung ist jedoch gegensätzlich: Ein gerinnselauflösendes Medikament kann bei einem Verschluss helfen und bei einer Blutung schaden.
Basis ist meist eine CT des Kopfes ohne Kontrastmittel. Sie weist eine Blutung nach oder schließt sie aus. Eine CT-Angiografie zeigt, ob und wo ein größeres Gefäß verschlossen ist, was für die Entscheidung über eine Thrombektomie wichtig ist. Je nach Klinikstandard ergänzt eine CT-Perfusion das Bild, sie zeigt, welches Hirngewebe noch zu retten ist. Bei bestimmten Fragestellungen, etwa einem unklaren Zeitpunkt des Symptombeginns, ist die MRT eine Alternative.
Hirngewebe ohne Blutversorgung stirbt schnell ab. Kliniken organisieren die Schlaganfallversorgung deshalb mit festen Abläufen von der Aufnahme bis zum Befund.
Davon zu unterscheiden ist das neurologische Telekonsil (Telestroke), bei dem Neurolog:innen per Video zugeschaltet werden. Die Teleradiologie liefert den Bildbefund, das Telekonsil die neurologische Einschätzung. In der teleradiologischen Versorgung durch reif & möller werden Befunde wie ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung telefonisch direkt an die behandelnden Neurolog:innen übermittelt, ergänzt durch eine parallele KI-Auswertung. Zum Netzwerk gehören auch Fachärzt:innen mit Schwerpunkt Neuroradiologie.
In der Praxis
- Halbseitige Lähmung in der Nacht: CT ohne Kontrastmittel und CT-Angiografie zeigen einen Gefäßverschluss. Der Befund geht telefonisch an die Neurologie, die Verlegung zur Thrombektomie wird eingeleitet.
- Plötzlicher, heftiger Kopfschmerz: Das CT zeigt eine Blutung. Eine Lyse ist damit ausgeschlossen, das Team veranlasst die neurochirurgische Abklärung.
- Symptome nach dem Aufwachen: Der Zeitpunkt des Beginns ist unklar. Eine MRT hilft einzuschätzen, ob eine Therapie noch infrage kommt.
Warum ist das für Kliniken relevant?
- Therapieentscheidung: Lyse und Thrombektomie setzen einen eindeutigen Bildbefund voraus.
- Versorgung ohne eigene Neuroradiologie: Auch kleinere Kliniken müssen Schlaganfallpatient:innen rund um die Uhr bildgebend abklären können.
- Meldewege: Ein Befund hilft nur, wenn er ohne Umweg beim behandelnden Team ankommt.
