MTRA: Die Fachkraft für radiologische Bildgebung
MTRA (Medizinisch-technische Radiologieassistent:innen, seit 2023 offiziell „Medizinische Technolog:innen für Radiologie“ / MT-R) sind Fachkräfte, die radiologische Untersuchungen wie CT, MRT und Röntgen technisch durchführen. In der Teleradiologie übernimmt das MTRA-Team die Untersuchung vor Ort, während der Teleradiologe remote befundet.
Was ist MTRA?
MTRA sind unverzichtbar für den radiologischen Betrieb: Sie bedienen die Bildgebungsgeräte, lagern Patient:innen, überwachen die Untersuchung und stellen die technische Bildqualität sicher. In der Teleradiologie ist ihre Rolle besonders wichtig, da sie als Fachkraft vor Ort die Schnittstelle zwischen Patient und Teleradiologe bilden.
Gemäß Strahlenschutzverordnung darf die technische Durchführung radiologischer Untersuchungen ausschließlich durch MTRA/MT-R erfolgen. Der Teleradiologe steht dabei per Telekommunikation in direktem Kontakt mit dem Team vor Ort.
Mit dem MTA-Reform-Gesetz (MTBRefG) wurde 2023 die Berufsbezeichnung von „MTRA“ zu „Medizinische Technolog:in für Radiologie (MT-R)“ geändert. Die ältere Bezeichnung MTRA ist im Klinikalltag weiterhin gebräuchlich.
Die Ausbildung zur MTRA (heute MT-R nach dem MT-Berufegesetz von 2023) dauert drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Inhalte umfassen neben der Gerätetechnik und Patientenlagerung auch den Strahlenschutz, Anatomie, Pathologie und Qualitätssicherung. MTRAs können nach der Grundausbildung zahlreiche Zusatzqualifikationen erwerben, etwa in der Schnittbildgebung (CT/MRT), der Mammographie oder der Nuklearmedizin. Eine eigene Fachkunde im Strahlenschutz nach §47 StrlSchV ist für die selbstständige Bedienung von Röntgengeräten erforderlich.
Die Zusammenarbeit zwischen MTRA und Teleradiologen ist im teleradiologischen Nachtdienst besonders eng: Die MTRA führt die Untersuchung vor Ort durch, beurteilt die Bildqualität, koordiniert ggf. Kontrastmittelgaben und stellt sicher, dass die Bilder vollständig und korrekt ins PACS übertragen werden. Bei Rückfragen oder technischen Problemen ist sie die erste Ansprechperson für den fernbefundenden Teleradiologen – eine gute teleradiologische Zusammenarbeit setzt daher Vertrauen und klare Kommunikationskanäle zwischen beiden Berufsgruppen voraus.


Praxis & Relevanz
In der Praxis:
- Nachtdienst per Teleradiologie: Das MTRA-Team führt die CT-Untersuchung vor Ort durch, die Bilder werden automatisch an den Teleradiologen übertragen
- Kommunikation: MTRA und Teleradiologe stehen während der Untersuchung in direktem telefonischem Kontakt
- Qualitätssicherung: Die MTRA prüft die Bildqualität vor Übertragung – unzureichende Aufnahmen werden wiederholt
Warum relevant für Kliniken:
- MTRA sind die Fachkräfte vor Ort – ohne sie ist Teleradiologie nicht möglich
- Die technische Durchführung darf nur durch MTRA/MT-R erfolgen (StrlSchV)
- Fachkräftemangel bei MTRA verstärkt den Bedarf an effizienten Teleradiologie-Workflows
