Telemedizin: Medizinische Versorgung über räumliche Distanz

Telemedizin umfasst alle medizinischen Leistungen, die unter Einsatz digitaler Kommunikationstechnologien über räumliche Distanz erbracht werden. Teleradiologie gilt als eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Telemedizinanwendungen.

Was ist Telemedizin?

Der Begriff Telemedizin beschreibt ein breites Spektrum medizinischer Fernleistungen: von der Videosprechstunde über die Telekonsultation zwischen Fachärzten bis zur teleradiologischen Befundung. Gemeinsam ist allen Formen, dass Arzt und Patient bzw. Arzt und Arzt nicht am gleichen Ort sein müssen.

Teleradiologie ist eine besonders streng geregelte Form der Telemedizin. Während allgemeine telemedizinische Leistungen durch die Musterberufsordnung und das SGB V geregelt werden, unterliegt die Teleradiologie zusätzlich dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV).

Für Krankenhäuser bietet Telemedizin die Möglichkeit, Versorgungslücken zu schließen – insbesondere in ländlichen Regionen und bei Fachkräftemangel. In der Radiologie hat sich die telemedizinische Befundung als fester Bestandteil der klinischen Versorgung etabliert.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Telemedizin in Deutschland haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert: Seit 2018 ist das bis dahin geltende weitgehende Fernbehandlungsverbot aufgehoben – Ärzte dürfen seitdem im Einzelfall auch ohne persönlichen Erstkontakt behandeln, wenn dies ärztlich vertretbar und der Stand der Technik eine sichere Diagnose erlaubt. Für die Abrechnung telemedizinischer Leistungen existieren inzwischen eigene Ziffern im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) für Kassenleistungen sowie in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für Privatpatienten.

Innerhalb der Telemedizin nimmt die Teleradiologie eine Sonderstellung ein: Sie ist das älteste und am stärksten regulierte Teilgebiet, mit einer eigenen Rechtsgrundlage im Strahlenschutzgesetz und jahrzehntelanger klinischer Praxis. Während viele telemedizinische Disziplinen noch in der Aufbauphase sind, hat sich die Teleradiologie in deutschen Kliniken als fester Versorgungsbaustein etabliert – mit über 140 angebundenen Kliniken allein bei reif & möller und einer durchgängig hohen Qualität durch standardisierte Prozesse und zertifizierte Fachkräfte.

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Praxis & Relevanz

In der Praxis:

  • Teleradiologische Nacht- und Wochenenddienste: Kliniken ohne eigene Radiologen im Nacht- und Wochenenddienst erhalten fachärztliche Befundung rund um die Uhr
  • Telemedizinische Zweitmeinung: Befunde wie CT-Aufnahmen beim Lungenscreening können remote von spezialisierten Radiologen beurteilt werden – für eine fundierte Zweitmeinung oder die Weiterleitung an ein spezialisiertes Zentrum.
  • Telekonsultation: Bei komplexen Fällen holt der Radiologe vor Ort eine Zweitmeinung eines Spezialisten per Telekonsultation ein

Warum relevant für Kliniken:

  • Versorgungssicherheit: 24/7-Abdeckung ohne eigenes Nacht- oder Wochenendpersonal
  • Rechtssicherheit: Teleradiologie ist genehmigungspflichtig und klar reguliert
  • Wirtschaftlichkeit: Externe Befundung statt teurer Bereitschaftsdienste

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